KI im Shopware-Backend:
Wie unsere KI Sie im Alltag unterstützt
In einem Shop mit ein paar tausend Artikeln sind es selten die grossen Aufgaben, die Zeit kosten. Es sind die kleinen, die sich tausendfach wiederholen: Meta-Titel schreiben, Alternativtexte für Bilder nachtragen, Eigenschaften aus einem Datenblatt abtippen, einen Datensatz suchen, von dem man nur noch die halbe Bezeichnung im Kopf hat.
Genau dort setzt unser Integration an. Es bringt KI-Werkzeuge direkt in die Shopware-6-Administration – dorthin, wo die Arbeit ohnehin stattfindet. Kein zweites Tool, kein Kopieren zwischen Fenstern, keine Export-Import-Runde.
Ein Grundsatz zieht sich dabei durch das ganze Plugin: Die KI füllt das Formular, gespeichert wird von Hand. Was die Redaktion nicht geprüft hat, landet auch nicht im Shop.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
- ✓ Wie KI SEO-Meta-Angaben und Alternativtexte erstellt
- ✓ Wie der KI-Assistent Datensätze findet und Änderungen vorbereitet
- ✓ Wie Sie Bilder mit KI erzeugen und kennzeichnen
- ✓ Wie sich Produkteigenschaften aus Datenblättern übernehmen lassen
- ✓ Wie Sie Textbausteine mit KI überarbeiten
- ✓ Welche Änderungen Sie selbst prüfen und speichern
Warum wir KI nicht direkt schreiben lassen
Es wäre technisch einfacher, die KI ihre Ergebnisse gleich in die Datenbank schreiben zu lassen. Wir machen es bewusst nicht so.
Ein Sprachmodell liefert Vorschläge, keine Fakten. Es kann eine Produktbeschreibung sinnvoll kürzen und im nächsten Satz eine Eigenschaft erfinden, die das Produkt nie hatte. Im Shop ist das kein Schönheitsfehler, sondern eine falsche Aussage gegenüber Kundinnen und Kunden – und je nach Branche ein rechtliches Thema.
Deshalb gilt in der Administration:
- Die KI trägt ihre Werte ins geöffnete Formular ein.
- Die Redaktion sieht die Änderung, prüft sie und speichert – oder verwirft sie.
- Wer im Shop nicht speichern darf, kann auch mit dem Assistenten nichts festschreiben.
Nur bei den ausdrücklich als Massenlauf gestarteten Aufgaben – Bild- und SEO-Meta-Angaben über die Übersichtsseite – wird direkt geschrieben. Dort ist genau das der Zweck, und auch dort füllt das Plugin nur, was leer ist.
SEO-Meta-Angaben erzeugen
Im SEO-Bereich eines Produkts, einer Kategorie oder einer Landingpage steht der Knopf Mit KI erzeugen. Ein Klick füllt Meta-Titel, Meta-Beschreibung und Keywords in der Sprache des Sprachschalters.
Als Grundlage dient, was im Datensatz schon steht:
| Datensatz | Textquelle |
|---|---|
| Produkt | Name, Beschreibung, Hersteller, zugeordnete Kategorien |
| Kategorie | Name, Beschreibung, Text des zugewiesenen CMS-Layouts |
| Landingpage | Name, Text des zugewiesenen CMS-Layouts |
Die Ausgabe hält sich an die üblichen Grenzen: Titel maximal 60 Zeichen, Beschreibung maximal 160 Zeichen, höchstens fünf Keywords. Deutsche Texte kommen in Schweizer Schreibweise, also ohne scharfes S.
Für viele Datensätze auf einmal gibt es die Seite Einstellungen > Erweiterungen > Meta Daten, Reiter SEO. Dort sehen Sie zuerst die Abdeckung – wie viele Produkte, Kategorien und Landingpages vollständige Meta-Angaben in allen konfigurierten Sprachen haben – und starten danach einen Lauf über eine gewählte Anzahl Datensätze. Pro Datensatz geht eine Anfrage raus, die alle Sprachen abdeckt; geschrieben wird nur, was fehlt.
Titel und Alternativtexte für Bilder
Alternativtexte sind einer der häufigsten Befunde in Accessibility- und SEO-Audits – und eine der undankbarsten Aufgaben überhaupt, weil sie bei jedem Upload neu anfällt.
Das Plugin analysiert Bilder der Mediathek mit einem Vision-Modell und schreibt Titel und Alternativtext pro Sprache. Drei Wege führen dorthin:
- In der Mediathek: Ein Bild oder eine Mehrfachauswahl markieren, in der rechten Seitenleiste Meta-Angaben mit KI erzeugen.
- Als Massenlauf: Einstellungen > Erweiterungen > Meta Daten, Reiter Medien – mit Abdeckungs-Übersicht, wählbarer Anzahl, Fortschrittsbalken und einem Protokoll, das jedes Bild mit Status und geschriebenen Feldern festhält.
- Über die Kommandozeile:
bin/console memo:ai:media:metafür geplante Läufe und grössere Bestände.
Zwei Details, die in der Praxis den Unterschied machen:
Pro Bild geht genau eine Anfrage an die KI, die alle Sprachen gleichzeitig abdeckt – nicht eine pro Sprache. Das ist der grösste Hebel bei den Kosten.
Mitgeschickt wird ausserdem, wo das Bild im Shop verwendet wird: an welchen Produkten, Kategorien, Herstellern, Eigenschaftswerten und CMS-Layouts es hängt. Das hilft dem Modell, den Gegenstand einzuordnen. Beschrieben wird trotzdem nur, was tatsächlich auf dem Bild zu sehen ist.
Vorhandene Werte bleiben stehen. Geschrieben wird nur das fehlende Feld – wer bewusst überschreiben will, nutzt den CLI-Befehl mit --override.
Der KI-Assistent in der Administration
Unten rechts in der Administration sitzt der Knopf KI-Assistent. Das Panel ist ein Gespräch: Frage in eigenen Worten stellen, Antwort lesen, nachfragen. Über der Antwort steht, woran der Assistent gerade arbeitet – sucht, liest oder bereitet eine Änderung vor.
Finden
Der Assistent durchsucht Produkte, Kategorien, Landingpages, Erlebniswelten, Kunden und Bestellungen. Gesucht wird ausschliesslich in Bereichen, für die die angemeldete Rolle Leserecht hat. Treffer erscheinen als Liste – gesprungen wird nur auf Klick.
Änderung vorschlagen
Mit dem Recht Datensätze ändern schlägt der Assistent Änderungen vor. Der Vorschlag erscheint als Gegenüberstellung: alter Wert durchgestrichen, neuer Wert darunter. Der Knopf sagt an, was passiert – Übernehmen, wenn der Datensatz offen ist, Öffnen und übernehmen, wenn nicht.
Änderbar sind bewusst nur Textfelder:
| Bereich | Felder |
|---|---|
| Produkt | Name, Beschreibung, Meta-Titel, Meta-Beschreibung, Keywords, Aktiv |
| Kategorie | Name, Beschreibung, Meta-Titel, Meta-Beschreibung, Keywords, Aktiv |
| Landingpage | Name, Meta-Titel, Meta-Beschreibung, Keywords, Aktiv |
Preise, Bestände und Verknüpfungen bleiben aussen vor. Das ist keine technische Grenze, sondern eine Entscheidung: Ein Textassistent hat an einem Preisfeld nichts verloren.
Anlegen vorbereiten
Dasselbe Recht erlaubt es dem Assistenten, das Anlegen eines Produkts oder einer Landingpage vorzubereiten. Er öffnet das leere Formular und trägt seine Werte ein – angelegt wird nichts, das macht die Redaktion mit dem Speichern-Knopf.
Was die KI nicht füllt, hat gute Gründe: Produktnummer, Steuersatz und Verkaufskanäle setzt Shopware selbst. Der Preis bleibt leer und wird von Hand gesetzt. Ein von der KI erfundener Preis wäre der teuerste Fehler, den dieses Plugin machen könnte.
Gespräche
Jedes Gespräch wird gespeichert und steht unter Verlauf wieder zur Verfügung – auch nach einem Neustart der Administration und auf einem anderen Gerät. Die Gespräche gehören dem Benutzer: Niemand sonst kann sie öffnen. Aufgehoben werden die 30 zuletzt benutzten Gespräche mit je 40 Nachrichten.
Bilder erzeugen – inklusive Kennzeichnung
Inhalte > Medien → KI-Bild erzeugen. Links wählen Sie Modell und Prompt, rechts steht das Ergebnis. Erzeugte Bilder landen als normale Mediathek-Einträge im Ordner AI Generated und lassen sich wie jedes andere Bild in Produkten, Kategorien oder im CMS verwenden.
Der Schalter KI-Wasserzeichen hinzufügen zeichnet unten rechts den Schriftzug «Mit KI erstellt» – oder einen selbst hinterlegten Text – ins Bild. Der Schriftzug wird in die Pixel eingebrannt: Er lässt sich nachträglich nicht entfernen und wandert mit, wenn das Bild weiterverwendet wird. Lässt sich das Wasserzeichen nicht zeichnen, bricht der Lauf ab und es wird kein Bild gespeichert – ein ungekennzeichnetes Bild soll gar nicht erst entstehen.
Ob eine Kennzeichnung von KI-Bildern vorgeschrieben ist, hängt vom Rechtsraum ab und ist vor dem Einsatz zu prüfen. Das Plugin stellt die Kennzeichnung technisch bereit, trifft zur Rechtslage aber keine Aussage.
Eigenschaften aus einem Datenblatt auslesen
Produkt > Spezifikationen > Eigenschaften → Mit KI erzeugen. Das Fenster enthält ein Textfeld, vorbelegt mit Name und Beschreibung des Produkts. Der Text lässt sich vollständig ersetzen – etwa durch ein Datenblatt oder einen Lieferantentext.
Der entscheidende Punkt: Die bestehenden Eigenschaften Ihres Shops gehen mit in die Anfrage. So verwendet die KI vorhandene Bezeichnungen wieder, statt Synonyme zu erfinden – Farbe statt Color. Ohne diesen Schritt wächst jede Eigenschaftsliste innerhalb weniger Wochen zum Wildwuchs.
Das Ergebnis erscheint als Tabelle, jede Zeile mit einem Abzeichen:
| Abzeichen | Bedeutung |
|---|---|
| Neu | Gruppe bzw. Wert gibt es im Shop noch nicht und wird angelegt |
| Vorhanden | Gruppe bzw. Wert gibt es bereits und wird wiederverwendet |
| Bereits zugewiesen | Das Produkt hat den Wert schon – die Zeile wird nicht übernommen |
Einzelne Zeilen lassen sich vor der Übernahme entfernen. Die Zuweisung selbst wird erst mit dem Speichern des Produkts geschrieben – wie bei jeder von Hand gesetzten Eigenschaft.
Textbausteine überarbeiten
Für Snippet-Sets gibt es den Befehl bin/console memo:ai:snippets. Er fragt interaktiv nach Snippet-Set, optionalem Textfilter und dem Prompt – die Aufgabe formulieren Sie also frei: Tonalität vereinheitlichen, Sie-Form durchsetzen, Fachbegriffe angleichen.
Ohne --async bestätigen Sie jede Änderung einzeln; mit --async läuft die Verarbeitung über die Message Queue. Unangetastet bleiben leere Snippets, Einzelzeichen, reine Satzzeichen und Snippets, die nur aus Platzhaltern bestehen. Platzhalter innerhalb eines Satzes bleiben erhalten.
Dazu gibt es bin/console memo:snippets:transform:scharfes-s: ersetzt das scharfe S durch «ss» in allen Snippets eines Sets – ohne KI und damit ohne API-Kosten. Für Schweizer Shops eine Sache von Sekunden.
Kosten im Blick behalten
Rechts oben in der Administration zeigt ein Balken, wie viel Budget in Ihrem Wartungsvertrag noch übrig ist – grün über 25 Prozent, gelb zwischen 10 und 25, rot darunter. Der Tooltip nennt den Prozentwert, den Zeitpunkt des Stands und, sofern der Key ein Budget-Intervall hat, den nächsten Reset.
Rechte: Wer darf was
Sämtliche Funktionen hängen an eigenen Rechten. Sie finden sie unter Einstellungen > Benutzer & Rechte > Rollen bei den zusätzlichen Berechtigungen:
- Budget-Anzeige sehen
- Übersichtsseite öffnen
- Meta-Angaben erzeugen – getrennt nach Medien, Produkten, Kategorien, Landingpages
- Bilder erzeugen
- Eigenschaften erzeugen
- Assistent nutzen – und, als eigenes Recht, Änderungen vorschlagen lassen
Ohne das zweite Assistenten-Recht bleibt der Assistent ein reines Suchwerkzeug. Damit lässt sich das Plugin abgestuft ausrollen: erst lesend fürs ganze Team, dann schreibend für die Redaktion.
Fazit
Unsere Integration nimmt der Redaktion nicht die Verantwortung ab, sondern die Tipparbeit. Es füllt Formulare, schlägt Werte vor, findet Datensätze und liest Eigenschaften aus einem Datenblatt – und überlässt die Entscheidung dort, wo sie hingehört.
Für einen Shop mit gepflegtem Bestand bedeutet das: Die Aufgaben, die nie ganz fertig werden – Alternativtexte, Meta-Angaben, Eigenschaften –, lassen sich endlich systematisch abarbeiten, mit einer Abdeckungsanzeige, die zeigt, wo Sie stehen.
Und für alles andere gilt weiterhin: Ein Mensch schaut drauf, bevor es im Shop steht.
Möchten Sie KI-Funktionen in Ihrem Shopware-Shop einsetzen?
Wir prüfen mit Ihnen, welche Aufgaben sich sinnvoll automatisieren lassen, richten das Plugin in Ihrer Umgebung ein und definieren die Rechte so, dass die Kontrolle bei Ihrem Team bleibt.