KI-Tools im Weballtag: Was Cursor, Notion AI und Comet wirklich bringen
KI-Tools sind heute kein Experiment am Rand mehr.
Sie schreiben Code, analysieren Websites, formulieren Inhalte, prüfen Seitenstrukturen und helfen dabei, wiederkehrende Aufgaben schneller zu erledigen. Gleichzeitig ist nicht jedes Tool automatisch produktiv, sicher oder sinnvoll im Website- oder Content-Prozess.
Genau darum lohnt sich ein strukturierter Blick: Welche Tools helfen wirklich? Wo sparen sie Zeit? Wo braucht es Kontrolle? Und wie kann man sie so einsetzen, dass Teams davon profitieren?
In diesem Beitrag zeigen wir, wie wir KI-Tools wie Cursor, Codex, Claude, Notion AI, Comet und ähnliche Lösungen einordnen, testen und in sinnvolle Workflows übersetzen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum KI-Tools nicht einfach nur ausprobiert werden sollten
- Welche Tool-Arten es aktuell gibt
- Cursor, Codex, Claude, Notion AI, Comet & Co. im Überblick
- Wie wir KI-Tools sinnvoll testen
- Prompts für Comet: Redakteure beim Abfüllen von Seiten unterstützen
- Worauf man bei Datenschutz und Qualität achten muss
- Fazit
Warum KI-Tools nicht einfach nur ausprobiert werden sollten
Viele KI-Tools wirken auf den ersten Blick beeindruckend.
Ein Prompt genügt, und schon entstehen Texte, Code, Analysen oder ganze Vorschläge für Seitenstrukturen. Das ist hilfreich. Aber es kann auch täuschen.
Denn im Projektalltag zählt nicht, ob ein Tool in einer Demo gut aussieht. Entscheidend ist:
- Ist das Ergebnis fachlich korrekt?
- Passt es zur bestehenden Website?
- Spart es tatsächlich Zeit?
- Bleibt die Kontrolle beim Menschen?
- Werden sensible Daten sauber behandelt?
- Kann das Ergebnis geprüft und reproduziert werden?
Ohne klare Kriterien wird KI schnell zu einem weiteren Tool, das mehr Aufwand erzeugt als es löst.
Mit einem sauberen Workflow sieht es anders aus.
Dann wird KI nicht zum Ersatz für Strategie, Technik oder Redaktion, sondern zu einem Werkzeug, das repetitive Aufgaben beschleunigt und bessere Vorarbeit liefert.
Welche Tool-Arten es aktuell gibt
KI-Tools lassen sich grob in vier Bereiche einteilen.
Coding-Assistenten
Tools wie Cursor, Codex oder Claude Code unterstützen direkt im technischen Arbeitsumfeld. Sie können Code erklären, Dateien ändern, Fehler suchen, Tests schreiben oder kleinere Features vorbereiten.
Typische Einsatzbereiche:
- Code verstehen
- Refactorings vorbereiten
- Komponenten erweitern
- Fehler analysieren
- Tests ergänzen
- Dokumentation erstellen
Wichtig: Der Code muss weiterhin geprüft, getestet und verstanden werden. Gerade bei bestehenden CMS-, Shop- oder Schnittstellenprojekten darf KI nicht blind Änderungen vornehmen.
Redaktions- und Wissens-Tools
Tools wie Notion AI gehen stärker in Richtung Redaktion, Planung und Wissensorganisation. Sie helfen dabei, Rohnotizen zu strukturieren, Inhalte zusammenzufassen, Briefings vorzubereiten oder Aufgaben aus längeren Dokumenten abzuleiten.
Typische Einsatzbereiche:
- Redaktionspläne erstellen
- Rohnotizen in klare Strukturen bringen
- Meetingnotizen zusammenfassen
- Briefings vorbereiten
- To-dos aus Dokumenten ableiten
Das ist besonders spannend, wenn Inhalte nicht direkt im CMS entstehen sollen, sondern zuerst gesammelt, sortiert und redaktionell geprüft werden müssen.
KI-Browser und Recherche-Assistenten
Comet von Perplexity ist ein Beispiel für eine neue Art Browser, bei dem KI direkt im Browsing-Prozess sitzt. Das Tool kann Seiten verstehen, Inhalte zusammenfassen, Informationen vergleichen oder bei Webaufgaben unterstützen.
Typische Einsatzbereiche:
- Inhalte auf Websites prüfen
- Seiten zusammenfassen
- Recherche beschleunigen
- Formulare oder Seiteninhalte vorbereiten
- Content-Lücken sichtbar machen
Gerade für Redakteure und Website-Verantwortliche kann das spannend sein, wenn Inhalte in ein CMS übertragen, strukturiert oder verbessert werden sollen.
Content- und SEO-Assistenten
Viele KI-Tools helfen bei Texten, Titeln, Meta Descriptions, FAQ-Blöcken oder Strukturvorschlägen.
Typische Einsatzbereiche:
- Seitentexte vorbereiten
- bestehende Inhalte verbessern
- Tonalität vereinheitlichen
- SEO-Grundlagen prüfen
- FAQ-Fragen ableiten
- Bildbeschreibungen formulieren
Auch hier gilt: KI liefert Vorschläge. Die fachliche Verantwortung bleibt beim Unternehmen.
Cursor, Codex, Claude, Notion AI, Comet & Co. im Überblick
Cursor, Codex und Claude
Cursor, Codex und Claude sind vor allem für technische Aufgaben interessant. Sie unterstützen dort, wo Code entsteht, geprüft oder verstanden werden muss.
Stärken:
- sehr nah am bestehenden Projekt
- hilfreich bei Code-Erklärungen
- nützlich für kleinere Änderungen und Tests
- stark bei wiederkehrenden Entwicklungsaufgaben
- geeignet für technische Dokumentation, Debugging und Refactorings
Grenzen:
- braucht klare Projektregeln
- kann falsche Annahmen treffen
- muss mit Versionskontrolle und Tests kombiniert werden
- eignet sich nicht für unkontrollierte Änderungen an produktiven Systemen
- Cursor läuft in der Praxis schnell sehr automatisiert ab, wodurch die Kontrolle über einzelne Zwischenschritte verloren gehen kann
Sinnvoller Einsatz: Diese Tools sind stark, wenn Entwicklerinnen und Entwickler das Ergebnis aktiv führen, prüfen und in bestehende Prozesse einordnen.
Aus diesem Grund setzen wir Cursor aktuell bewusst nicht als Standardwerkzeug ein. Für uns ist wichtig, dass jeder Schritt nachvollziehbar bleibt und Änderungen nicht schneller entstehen, als sie geprüft werden können.
Notion AI
Notion AI passt besser zu Redaktion, Organisation und Content-Planung.
Stärken:
- strukturiert Notizen, Ideen und Briefings
- fasst längere Inhalte verständlich zusammen
- hilft bei Redaktionsplänen und Aufgabenlisten
- unterstützt bei Tonalität, Struktur und Rohentwürfen
Grenzen:
- braucht saubere Ausgangsinformationen
- ersetzt keine fachliche Prüfung
- Inhalte müssen redaktionell geschärft werden
- Datenschutz und Zugriffsrechte müssen sauber geregelt sein
Sinnvoller Einsatz: Notion AI eignet sich für Teams, die Inhalte, Ideen und Aufgaben an einem Ort sammeln und daraus verwertbare Strukturen für Website, Blog oder Kampagnen ableiten möchten.
Comet
Comet ist besonders spannend für Aufgaben rund um Webinhalte, Recherche und Bedienung im Browser.
Stärken:
- versteht den Kontext geöffneter Seiten
- kann Inhalte zusammenfassen und vergleichen
- unterstützt bei wiederkehrenden Browser-Aufgaben
- kann Content-Teams beim Strukturieren von Inhalten helfen
Grenzen:
- nicht alle Inhalte dürfen in KI-Tools verarbeitet werden
- Browser-Agenten handeln mit den Rechten des eingeloggten Nutzers
- Ergebnisse müssen geprüft werden
- sensible Daten benötigen klare Regeln
Sinnvoller Einsatz: Comet kann helfen, wenn Redakteure Inhalte vorbereiten, überprüfen oder in eine Website-Struktur übertragen möchten. Besonders wichtig ist dabei ein klarer Prompt und eine klare Kontrolle vor dem Speichern.
Wie wir KI-Tools sinnvoll testen
Ein KI-Test sollte nicht mit der Frage starten: «Was kann das Tool alles?»
Besser ist: «Welche konkrete Aufgabe soll schneller, sauberer oder einfacher werden?»
Testkriterien
Für jedes Tool prüfen wir:
- Aufgabe: Welches konkrete Problem soll gelöst werden?
- Ergebnisqualität: Ist das Resultat fachlich und sprachlich brauchbar?
- Zeitgewinn: Spart das Tool wirklich Zeit?
- Wiederholbarkeit: Funktioniert der Ablauf mehrfach zuverlässig?
- Kontrolle: Kann der Mensch jeden Schritt prüfen?
- Datenschutz: Welche Daten werden verarbeitet?
- Integration: Passt das Tool in bestehende Prozesse?
- Kosten: Steht der Nutzen im Verhältnis zum Aufwand?
Beispiel 1: Bestehende Website analysieren
Aufgabe: Eine bestehende Inhaltsseite soll auf Struktur, Verständlichkeit und fehlende Informationen geprüft werden.
Testablauf:
- Seite öffnen
- KI eine Zusammenfassung erstellen lassen
- Zielgruppe und Suchintention prüfen lassen
- fehlende Inhalte identifizieren
- Vorschläge manuell bewerten
- konkrete Anpassungen ableiten
Erfolgskriterium: Die KI liefert verwertbare Hinweise, aber keine ungeprüften Änderungen direkt auf der Website.
Beispiel 2: CMS-Seite abfüllen
Aufgabe: Eine Redakteurin oder ein Redakteur möchte Inhalte für eine neue Leistungsseite vorbereiten.
Testablauf:
- Seitenziel definieren
- Zielgruppe beschreiben
- bestehende Notizen oder Rohtexte bereitstellen
- KI daraus eine Seitenstruktur erstellen lassen
- Textblöcke einzeln prüfen
- Inhalte im CMS erfassen
- finale Kontrolle durch Redaktion oder Website-Verantwortliche
Erfolgskriterium: Das Redaktionsteam kommt schneller von Rohinformationen zu einer sauberen Seitenstruktur.
Beispiel 3: Codeänderung vorbereiten
Aufgabe: Ein bestehendes Komponent soll erweitert werden.
Testablauf:
- Anforderungen formulieren
- bestehende Dateien analysieren lassen
- Änderungsvorschlag generieren
- Tests oder Prüfschritte erstellen lassen
- Änderung lokal testen
- Code Review durchführen
Erfolgskriterium: Der Entwicklungsprozess wird schneller, ohne dass Qualität oder Nachvollziehbarkeit verloren gehen.
Prompts für Comet: Redakteure beim Abfüllen von Seiten unterstützen
Comet kann besonders hilfreich sein, wenn Redakteure Inhalte strukturieren oder bestehende Informationen in eine Website übertragen möchten.
Wichtig: Diese Prompts sollten nur mit Inhalten verwendet werden, die für die Verarbeitung in einem KI-Tool freigegeben sind. Keine Passwörter, keine vertraulichen Personendaten, keine internen Vertragsdetails.
Prompt 1: Seitenziel klären
Analysiere diese Seite oder diese Notizen aus Sicht eines Website-Besuchers.
Ziel:
Hilf mir zu verstehen, wofür diese Seite da sein sollte.
Bitte liefere:
- eine kurze Zusammenfassung des Inhalts
- die wahrscheinliche Zielgruppe
- die wichtigste Frage, die Besucher auf dieser Seite beantwortet haben möchten
- 3 bis 5 fehlende Informationen
- einen Vorschlag für eine klare Seitenstruktur mit H1, H2 und kurzen Inhaltsnotizen
Wichtig:
Bitte nichts erfinden. Markiere Unsicherheiten als offene Fragen.
Prompt 2: Rohtext in Website-Struktur umwandeln
Ich gebe dir Rohinformationen für eine Website-Seite.
Aufgabe:
Erstelle daraus eine klare Seitenstruktur für eine Unternehmenswebsite.
Bitte erstelle:
- H1
- kurze Einleitung
- 3 bis 5 Abschnitte mit H2
- kurze Textvorschläge pro Abschnitt
- passende Call-to-Action-Idee
- 5 Fragen, die ich vor der Veröffentlichung noch beantworten sollte
Tonalität:
professionell, verständlich, direkt, keine Werbeübertreibung.
Regel:
Nutze nur die Informationen aus meinem Text. Wenn etwas fehlt, stelle Fragen.
Prompt 3: Bestehende Seite verbessern
Prüfe die aktuell geöffnete Website-Seite.
Ziel:
Die Seite soll verständlicher, vollständiger und besser strukturiert werden.
Bitte bewerte:
- Ist sofort klar, worum es geht?
- Fehlen wichtige Informationen für potenzielle Besucher?
- Sind die Überschriften logisch?
- Gibt es Wiederholungen?
- Wo wäre ein Call-to-Action sinnvoll?
- Welche Inhalte könnten als FAQ ergänzt werden?
Bitte gib konkrete Verbesserungsvorschläge, aber ändere nichts direkt.
Prompt 4: CMS-Felder vorbereiten
Bereite Inhalte für ein CMS vor.
Ich brauche:
- Seitentitel
- Meta Titel mit maximal 60 Zeichen
- Meta Beschreibung mit maximal 155 Zeichen
- H1
- Einleitung
- Haupttext in sinnvollen Abschnitten
- FAQ mit 3 bis 5 Fragen
- Vorschlag für Alt-Texte zu passenden Bildern
Bitte formuliere alles in Schweizer Hochdeutsch.
Verwende kein scharfes S.
Keine unbelegten Versprechen.
Prompt 5: Qualitätskontrolle vor dem Speichern
Prüfe diesen Seitenentwurf vor der Veröffentlichung.
Bitte kontrolliere:
- Verständlichkeit
- Vollständigkeit
- Tonalität
- Dopplungen
- fehlende Belege
- zu werbliche Aussagen
- unklare Fachbegriffe
- mögliche Datenschutz- oder Vertraulichkeitsprobleme
Gib mir eine Liste mit konkreten Korrekturen.
Ändere den Text nicht automatisch.
Prompt 6: Inhalte aus Besuchersicht prüfen
Betrachte diese Seite aus Sicht eines potenziellen Besuchers.
Bitte beantworte:
- Verstehe ich innerhalb von 10 Sekunden, worum es geht?
- Verstehe ich, welchen Nutzen das Angebot hat?
- Weiss ich, was ich als Nächstes tun soll?
- Welche Fragen bleiben offen?
- Welche Formulierungen wirken unklar oder zu intern?
Bitte schreibe deine Antwort als kurze, priorisierte Liste.
Worauf man bei Datenschutz und Qualität achten muss
KI-Tools können viel beschleunigen. Gleichzeitig entstehen neue Risiken.
Besonders wichtig sind:
- keine sensiblen Daten ohne Freigabe eingeben
- keine Passwörter, Tokens oder Zugangsdaten verwenden
- keine vertraulichen Verträge oder internen Zahlen hochladen
- KI-Ergebnisse immer fachlich prüfen
- Quellen und Aussagen kontrollieren
- Änderungen nicht ungeprüft speichern oder veröffentlichen
- bei Browser-Agenten besonders vorsichtig sein, wenn man eingeloggt ist
Gerade Browser-KI ist mächtig, weil sie im gleichen Kontext arbeitet wie der Nutzer.
Das ist praktisch. Aber es bedeutet auch: Wenn ein Tool Zugriff auf eingeloggte Systeme hat, braucht es klare Grenzen.
Fazit
KI-Tools sind dann stark, wenn sie in einen klaren Prozess eingebettet sind.
Cursor, Codex und Claude können technische Aufgaben beschleunigen. Notion AI kann Redaktion und Planung strukturieren. Comet kann beim Recherchieren, Prüfen und Abfüllen von Seiten helfen.
Aber kein Tool ersetzt saubere Anforderungen, fachliche Prüfung und menschliche Verantwortung.
Unser Ansatz: Erst analysieren. Dann testen. Dann Workflows definieren. Dann gezielt einsetzen.
So wird KI nicht zum Selbstzweck, sondern zu einem praktischen Werkzeug im Weballtag.
Möchten Sie KI sinnvoll in Ihre Website- oder Content-Prozesse integrieren?
Wir helfen dabei, passende Tools zu prüfen, sichere Workflows aufzubauen und konkrete Abläufe für Ihr Team zu entwickeln.