• Autor: Bommer Demelza
  • Kategorie:
    • Künstliche Intelligenz

Pay per Crawl

Cloudflare will Domain-Inhabern die Wahl lassen, ob sie KI-Zugriffe erlauben, blockieren oder Gebühren verlangen.

Cloudflare kurz erklärt

Cloudflare ist ein im Jahr 2010 gegründetes Unternehmen, das ein Content Delivery Network, Internetsicherheitsdienste sowie verteilte DNS-Dienste bereitstellt.

Die Cloudflare-Dienste liegen zwischen dem Website-Besucher und dem Hosting-Anbieter und fungieren als sogenannter Reverse Proxy, der sowohl die Performance verbessert als auch Schutz vor Angriffen bietet.

Rund 20 % der meistbesuchten Websites weltweit nutzen Cloudflare – darunter grosse Medienhäuser, Content-Plattformen, Regierungsstellen und bekannte Marken wie Reddit, Medium, Shopify, Udemy oder The Guardian. Das zeigt, wie relevant und verbreitet die Infrastruktur von Cloudflare im globalen Internet ist.

Kurz gesagt: Wenn Cloudflare neue Standards einführt, hat das potenziell weitreichende Auswirkungen für einen grossen Teil des Webs.

Was bedeutet Pay per Crawl?

Die Kontrolle über das Crawl-Budget – also die von Suchmaschinen-Bots genutzten Ressourcen – war bislang nur indirekt möglich. Es konnte über die robots.txt oder Meta-Tags Anweisungen geben, aber die volle Kontrolle lag selten in der Hand des Webseiten-Betreibers.


Mit Pay Per Crawl erhalten Website-Betreiber nun die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, ob sie automatisierten Systemen – wie Suchmaschinen oder KI-Anwendungen (z. B. ChatGPT) – den Zugriff auf ihre erstellten Inhalte erlauben.

Dabei geht es konkret um das Crawlen, also das automatische Durchsuchen von Webseiteninhalten zur Analyse und Weiterverarbeitung.

Cloudflare gibt seinen Kunden dabei drei Optionen:

  • Erlauben: Crawler erhalten freien Zugriff auf Ihre Inhalte (HTTP 200).
  • Berechnen: Es wird eine Gebühr für die Nutzung der Inhalte verlangt (HTTP 402 with price info).
  • Blockieren: Der Zugriff wird vollständig verweigert. (HTTP 403)

Die Kommunikation erfolgt über etablierte Authentifizierungsmechanismen und HTTP-Statuscodes.

Für wen lohnt sich das?

Pay per Crawl wird voraussichtlich vor allem für grosse und stark frequentierte Websites von Bedeutung sein – also für Portale mit hoher Sichtbarkeit, wertvollen Inhalten und regelmässigem Crawling durch KI-Systeme.

Wenn Sie nicht zu diesen Top-Websites gehören, wird Ihnen das Modell in der Praxis vermutlich wenig einbringen. Warum? Suchmaschinen und KI-Anbieter verfolgen in erster Linie das Ziel, gute und umfassende Ergebnisse zu liefern – sie sind dabei nicht auf einzelne Inhalte oder Domains angewiesen. Wenn Sie den Zugriff blockieren oder Gebühren verlangen, werden diese Systeme schlicht auf andere Quellen ausweichen.

Während Sie darauf hoffen, durch Crawl-Gebühren Einnahmen zu erzielen, könnte Ihnen gleichzeitig der kostenlose Traffic wegbrechen, den Sie bisher über Suchmaschinen, Chatbots oder andere automatisierte Systeme erhalten haben.

Für grosse Publisher: Das System könnte eine interessante neue Einnahmequelle darstellen – insbesondere, wenn Inhalte häufig von KI-Systemen abgegriffen werden.
Für kleinere Websites: Hier ist Vorsicht geboten. Eine Sperrung oder Monetarisierung kann sich negativ auf die Sichtbarkeit auswirken – mit unklarer finanzieller Gegenleistung.

Was ist jetzt zu tun?

Pay per Crawl befindet sich derzeit in der Betaphase.

Falls Sie bereits Cloudflare nutzen, sollten Sie künftig Ihre Einstellungen im Hinblick auf Crawler und Zugriffsrechte prüfen, sobald das Feature offiziell verfügbar ist.

Zudem empfiehlt es sich, im Vorfeld strategisch zu überlegen, welche Bots Sie zulassen möchten, welche blockiert werden sollen – und ob eine Monetarisierung sinnvoll ist. Dabei spielen Ihre Reichweite, die Qualität Ihrer Inhalte und Ihr Traffic-Modell eine wichtige Rolle.

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