Ein Braunbär sitzt im Wald und ist von zahlreichen Fragezeichen umgeben. Das Bild veranschaulicht, wie beim Query Fan-Out aus einer Suchanfrage mehrere verwandte Fragen entstehen.
  • Demelza Bommer
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    • SEO

Query Fan-Out: Warum eine Suchanfrage heute aus vielen Suchanfragen besteht

Wer bei Google oder einem KI-System eine komplexe Frage stellt, löst im Hintergrund möglicherweise nicht nur eine einzige Suche aus. Die Anfrage kann in mehrere thematisch zusammenhängende Teilanfragen zerlegt werden. Dieses Vorgehen wird als Query Fan-Out bezeichnet. Es verändert, wie Inhalte gefunden, ausgewählt und in KI-generierten Antworten dargestellt werden können.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Was ist Query Fan-Out
  • Wie wird eine Nutzerfrage in Teilanfragen zerlegt
  • Warum ist Query Fan-Out für SEO relevant
  • Was bedeutet die Entwicklung für Online-Shops
  • Welche Rolle spielen Produktdaten und Google Shopping
  • Was sollten Unternehmen jetzt konkret optimieren

Was ist Query Fan-Out?

Bei einer klassischen Suche gibt eine Person einen Suchbegriff ein und erhält dazu passende Ergebnisse. Bei komplexeren Fragen können KI-gestützte Suchsysteme jedoch mehrere zusammenhängende Suchanfragen gleichzeitig ausführen.

Google beschreibt Query Fan-Out als eine Gruppe paralleler und verwandter Suchanfragen, die von einem Modell erzeugt werden, um zusätzliche Informationen und relevante Suchergebnisse zu finden.

Google AI Overviews und der AI Mode können diese Technik verwenden, um unterschiedliche Unterthemen und Datenquellen zu durchsuchen. Dadurch können mehr unterstützende Webseiten gefunden und in einer KI-Antwort verlinkt werden.
Aus einer einzelnen Frage entstehen somit mehrere mögliche Suchpfade.

Wie funktioniert Query Fan-Out?

Eine komplexe Nutzerfrage enthält häufig mehrere Bedingungen gleichzeitig:

  • ein bestimmtes Problem oder Bedürfnis
  • ein Budget
  • gewünschte Eigenschaften
  • einen Einsatzbereich
  • einen Standort
  • eine Lieferzeit
  • einen Vergleich mit Alternativen

Das KI-System kann diese Bestandteile erkennen und daraus verschiedene Teilanfragen bilden.


Beispiel einer Nutzerfrage

Ich suche ein nachhaltiges Geschenk zum 40. Geburtstag, das weniger als 100 Franken kostet und innerhalb von drei Tagen geliefert werden kann.

Daraus könnten unter anderem folgende Suchrichtungen entstehen:


Preis und Kosten - nachhaltige Geschenke unter 100 Franken
- Geschenke mit kostenloser Lieferung
- Versandkosten für Geschenkartikel
- Geschenkideen nach Budget
Eigenschaften und Vergleich - nachhaltige Geschenkideen
- personalisierbare Geschenke
- Schweizer Produkte im Vergleich
- Geschenkartikel aus recycelten Materialien
Bewertungen und Erfahrungen - beliebte Geschenke zum 40. Geburtstag
- Kundenbewertungen zu nachhaltigen Geschenken
- häufig empfohlene Geschenkideen
- Erfahrungen mit personalisierten Produkten
Markt und Alternativen - alternative Geschenkideen
- Schweizer Marken für nachhaltige Geschenke
- ähnliche Produkte und Anbieter
- aktuelle Geschenketrends
Eignung und Anlass - Geschenke für Freunde zum 40. Geburtstag
- Geschenke für Partnerinnen oder Partner
- Geschenkideen für bestimmte Interessen
- kurzfristig verfügbare Geschenke
Empfehlungen und Beratung - Ratgeber zur Geschenkauswahl
- nachhaltige Geschenkideen nach Anlass
- Expertenempfehlungen
- Geschenkideen unter 100 Franken

Die konkreten Teilanfragen sind für Websitebetreiber normalerweise nicht vollständig sichtbar. Die Beispiele zeigen mögliche Suchrichtungen, die ein KI-System zur Beantwortung einer komplexen Frage verwenden könnte.


Infografik zum Query Fan-Out: Eine Nutzerfrage wird in Teilanfragen aufgeteilt, mit verschiedenen Quellen abgeglichen und zu einer KI-Antwort zusammengeführt.

Ein Beispiel aus dem Onlinehandel

Nehmen wir an, ein Schweizer Online-Shop verkauft Geschenkartikel, Wohnaccessoires und personalisierbare Produkte.

Der Shop möchte bei folgender Frage sichtbar werden:

Welches nachhaltige Geschenk zum 40. Geburtstag kostet weniger als 100 Franken und kann schnell geliefert werden?

Eine klassische SEO-Strategie würde möglicherweise hauptsächlich die allgemeine Kategorie "Geschenke" optimieren.

Eine Strategie, die Query Fan-Out berücksichtigt, deckt dagegen mehrere Informations- und Entscheidungssituationen ab.

Kategorieseite

Geschenkideen für jeden Anlass

Die Seite bietet einen Überblick über verschiedene Geschenkarten und führt zu passenden Unterkategorien.

Thematische Landingpages

Mögliche Landingpages wären:

  • Geschenke zum 40. Geburtstag
  • nachhaltige Geschenkideen
  • Geschenke unter 100 Franken
  • personalisierte Geschenke
  • Schweizer Geschenkideen
  • kurzfristig lieferbare Geschenke

Nicht jede mögliche Kombination benötigt eine eigene indexierbare Seite. Eine separate Landingpage ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine erkennbare Nachfrage, eine passende Produktauswahl und ein eigenständiger Mehrwert vorhanden sind.

Ratgeber

Ein ergänzender Ratgeber könnte den Titel tragen:

Wie findet man das passende Geschenk zum 40. Geburtstag?

Der Beitrag kann verschiedene Auswahlkriterien erklären:

  • Beziehung zur beschenkten Person
  • Interessen und Hobbys
  • persönliches oder praktisches Geschenk
  • Budget
  • Nachhaltigkeit
  • Personalisierung
  • verfügbare Lieferzeit

Von diesem Ratgeber wird auf passende Kategorien und ausgewählte Produkte verlinkt.

Produktvergleich

Ein weiterer Beitrag könnte lauten:

Zehn nachhaltige Geschenkideen unter 100 Franken

Der Vergleich stellt konkrete Produkte anhand von Preis, Material, Herkunft, Personalisierung und Lieferzeit gegenüber.

Produktseiten

Die einzelnen Produktseiten sollten vollständige und eindeutige Angaben enthalten:

  • Produktname
  • Produktbeschreibung
  • Preis
  • Verfügbarkeit
  • Lieferzeit
  • Material
  • Abmessungen
  • Marke oder Hersteller
  • Herkunft
  • Varianten
  • Personalisierungsmöglichkeiten
  • Versand- und Rückgabebedingungen

Damit kann ein Produkt nicht nur für "Geschenk zum Geburtstag" relevant sein, sondern auch für Teilanfragen wie "nachhaltiges Geschenk", "Geschenk unter 100 Franken" oder "Geschenk mit schneller Lieferung".

Warum ist Query Fan-Out für SEO wichtig?

Query Fan-Out ersetzt die bisherigen SEO-Grundlagen nicht. Die Technik erweitert jedoch die Anzahl möglicher Suchpfade, über die eine Website oder ein Produkt gefunden werden kann.

Einzelne Keywords reichen nicht mehr aus

Eine Seite muss nicht zwingend für die vollständige Nutzerfrage ranken, um als unterstützende Quelle berücksichtigt zu werden.

Sie kann auch über einen einzelnen Teilaspekt gefunden werden, beispielsweise:

  • Preis
  • Zielgruppe
  • Material
  • Anwendungsbereich
  • Lieferzeit
  • Vergleich
  • Bewertung

Für Unternehmen bedeutet dies: Inhalte sollten nicht nur auf ein Hauptkeyword ausgerichtet werden, sondern die vollständige Suchintention abdecken.

Klare Seitenstrukturen werden wichtiger

KI-Suchsysteme und Suchmaschinen müssen erkennen können, welche Seite welches Thema behandelt.

Dabei können sich verschiedene Seitentypen ergänzen:

  • Kategorieseiten
  • Landingpages
  • Ratgeber
  • Produktvergleiche
  • Produktseiten
  • FAQ-Bereiche

Eine gute interne Verlinkung hilft dabei, verwandte Themen und Seiten miteinander zu verbinden.

Weitere Informationen zu Vertrauen, Erfahrung und nachvollziehbarer Expertise finden Sie in unserem Beitrag über E-E-A-T für SEO und AI-Suche.

Google empfiehlt für seine KI-Sucherlebnisse weiterhin die bekannten SEO-Grundlagen: technische Zugänglichkeit, interne Verlinkung, verständliche Textinhalte, eine gute Nutzererfahrung und strukturierte Daten, die mit den sichtbaren Inhalten übereinstimmen.

Konkrete Angaben statt allgemeiner Aussagen

Aussagen wie "hochwertiges Geschenk" oder "schnell lieferbar" sind wenig präzise.

Besser sind konkrete Angaben:

  • Preis: 79 Franken
  • Material: recyceltes Glas
  • Herstellung: Schweiz
  • Personalisierung verfügbar
  • Lieferzeit: zwei bis drei Werktage
  • sofort verfügbar
  • kostenloser Versand ab 80 Franken

Solche Informationen helfen Nutzern und erleichtern gleichzeitig die Zuordnung eines Produkts zu einer konkreten Anfrage.

Welche Rolle spielt Shopping Query Fan-Out?

Bei Online-Shops besteht ein Query Fan-Out nicht nur aus Informationsanfragen. KI-Systeme können zusätzlich gezielte Produktsuchen durchführen. Dies wird teilweise als Shopping Query Fan-Out bezeichnet.

Eine Untersuchung von Search Engine Land analysierte rund 43’000 Produkte aus ChatGPT-Produktkarussells. Mehr als 83 Prozent der untersuchten Produkte wurden als starke Übereinstimmungen innerhalb der ersten 40 organischen Google-Shopping-Ergebnisse gefunden. Rund 60 Prozent der starken Übereinstimmungen befanden sich innerhalb der ersten zehn Ergebnisse.

Die Untersuchung ist keine offizielle Bestätigung von Google oder OpenAI. Sie liefert jedoch einen Hinweis darauf, dass eine gute Sichtbarkeit und Datenqualität in Google Shopping auch für Produktempfehlungen in anderen KI-Systemen relevant sein kann.

Mehr zum Thema KI-gestützter Produktsuche lesen Sie in unserem Beitrag: ChatGPT Shopping – KI verändert den E-Commerce.

Was sollten Online-Shops optimieren?

Vollständige Produktdaten bereitstellen

Google verwendet die im Merchant Center übermittelten Produktinformationen, um Produkte passenden Suchanfragen zuzuordnen. Fehlende, fehlerhafte oder widersprüchliche Angaben können die Ausspielung in Anzeigen und kostenlosen Produkteinträgen einschränken.

Zu den wichtigsten Angaben gehören:

  • Produkttitel
  • Beschreibung
  • Preis
  • Verfügbarkeit
  • Marke
  • GTIN oder MPN
  • Produktkategorie
  • Varianten
  • Bilder
  • Versandinformationen
  • Rückgabebedingungen

Website, strukturierte Daten und Feed abstimmen

Die Angaben auf der Produktseite, im Schema-Markup und im Merchant Center sollten übereinstimmen.

Besonders wichtig sind:

  • identische Preise
  • aktuelle Lagerbestände
  • korrekte Varianten
  • eindeutige Produktkennzeichnungen
  • passende Produktbilder
  • realistische Lieferzeiten

Google empfiehlt, dass strukturierte Daten mit den sichtbar dargestellten Informationen übereinstimmen.


Infografik zum Query Fan-Out: Eine Nutzerfrage wird in Teilanfragen aufgeteilt, mit verschiedenen Quellen abgeglichen und zu einer KI-Antwort zusammengeführt.

Benötigt es eine spezielle KI-Optimierung?

Für die Sichtbarkeit in Google AI Overviews und im AI Mode sind keine zusätzlichen technischen Anforderungen notwendig.

Eine Seite muss grundsätzlich:

  • indexiert sein
  • für Google zugänglich sein
  • in der klassischen Suche mit einem Snippet erscheinen können
  • die bestehenden Google-Richtlinien erfüllen

Google erklärt ausdrücklich, dass die bekannten SEO-Grundlagen weiterhin gelten. Eine besondere KI-Datei oder ein spezielles AI-Markup ist nicht erforderlich.

Entscheidend bleiben:

  • technische Crawlbarkeit
  • Indexierbarkeit
  • hilfreiche Inhalte
  • klare Seitenstrukturen
  • interne Verlinkung
  • gute Nutzererfahrung
  • hochwertige Bilder
  • korrekte strukturierte Daten
  • aktuelle Produkt- und Unternehmensinformationen

 

Was sollten Unternehmen jetzt umsetzen?

1. Suchintentionen analysieren
Prüfen Sie nicht nur das Hauptkeyword. Analysieren Sie auch:

  • Welche Fragen treten vor einer Entscheidung auf?
  • Welche Eigenschaften sind wichtig?
  • Welche Alternativen werden verglichen?
  • Welche Unsicherheiten bestehen?
  • Welche Informationen fehlen auf der aktuellen Seite?


2. Themen vollständig abdecken
Kategorieseiten, Ratgeber, Vergleiche und Produktseiten sollten unterschiedliche Aufgaben übernehmen und sinnvoll miteinander verbunden sein.

3. Konkrete Antworten geben
Beantworten Sie Fragen möglichst direkt und nachvollziehbar. Verwenden Sie klare Zwischenüberschriften, kurze Absätze, Tabellen und FAQ-Bereiche.

4. Eigene Erfahrung sichtbar machen
Eigene Tests, Kundenfragen, Anwendungsbeispiele, Bilder und nachvollziehbare Empfehlungen schaffen einen eigenständigen Mehrwert.

Google priorisiert hilfreiche, verlässliche und nutzerorientierte Inhalt

5. Produktdaten regelmässig prüfen
Kontrollieren Sie insbesondere:

  • Preis
  • Verfügbarkeit
  • Lieferzeit
  • Varianten
  • GTIN oder MPN
  • Produktbilder
  • Feed-Fehler
  • Abweichungen zwischen Website und Merchant Center


6. Ergebnisse messen
Die Sichtbarkeit sollte nicht nur anhand einzelner Keywords beurteilt werden. Beobachten Sie zusätzlich:

  • Klicks und Impressionen
  • Sichtbarkeit einzelner Themenbereiche
  • Einstiegsseiten
  • organische Produktzugriffe
  • Erwähnungen in KI-Systemen
  • Conversions aus Informations- und Ratgeberseiten

FAQ

Was bedeutet Query Fan-Out auf Deutsch?

Der Begriff beschreibt die Aufteilung einer einzelnen Nutzerfrage in mehrere parallele und thematisch verwandte Suchanfragen.

Verwendet Google Query Fan-Out?

Google bestätigt, dass AI Overviews und der AI Mode Query Fan-Out verwenden können, um unterschiedliche Unterthemen und Datenquellen zu durchsuchen.

Muss für jede Teilanfrage eine eigene Seite erstellt werden?

Nein. Separate Seiten sind nur sinnvoll, wenn sie eine erkennbare Suchintention und einen eigenständigen Mehrwert abdecken. Viele nahezu identische Seiten können zu unnötigen Überschneidungen und schwachen Inhalten führen.

Ist Query Fan-Out nur für Online-Shops relevant?

Ja. Die Technik ist auch für Dienstleister, B2B-Unternehmen, Wissensportale und lokale Anbieter relevant. Bei Online-Shops kommen jedoch Produktfeeds, Preise, Verfügbarkeiten und strukturierte Produktdaten als zusätzliche Faktoren hinzu.

Kann man die erzeugten Teilanfragen sehen?

In der Regel nicht vollständig. Unternehmen können jedoch anhand der Nutzerfrage, der Suchintention und typischer Entscheidungskriterien mögliche Teilanfragen ableiten.

Fazit

Query Fan-Out bedeutet, dass KI-Suchsysteme komplexe Fragen nicht nur als einzelne Suchanfrage behandeln. Sie können die Frage in mehrere Teilanfragen zerlegen und Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen.

Für SEO bedeutet das nicht, möglichst viele ähnliche Seiten zu erstellen. Entscheidend ist, ein Thema aus Sicht der Zielgruppe vollständig und verständlich abzudecken.

Für Online-Shops sind zusätzlich vollständige und konsistente Produktdaten wichtig. Wer hilfreiche Kategorieseiten, Ratgeber, Produktseiten, strukturierte Daten und einen gepflegten Merchant-Center-Feed miteinander verbindet, schafft bessere Voraussetzungen für Sichtbarkeit in der klassischen Suche, in Google Shopping und in KI-gestützten Suchergebnissen.

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